Eine Nacht in Venedig

Operette in drei Akten von Johann Strauß
Libretto von Friedrich Zell und Richard Genée
Samstag, 13. März 2010
19:00 – 21:30 Uhr

ausverkauft


Eine Nacht in Venedig


Musikalische Leitung Andreas Henning

Regie Ferruccio Soleri

Bühnenbild Imre Vincze

Kostüme Ute Frühling

Choreographische Beratung Vera Würfl

In Venedig, Mitte des 18. Jahrhunderts

 

I. Akt

Abendlicher Platz am Canal Grande, flankiert vom Haus des Senators Delacqua und dem
Palazzo Urbino.

 

Regelmäßig kommt der Herzog von Urbino zum Karneval nach Venedig. Im letzten Jahr hat er der maskierten Senatorsgattin Barbara Delacqua nachgestellt, die er diesmal erobern will. Der alte, besitzgierige Delacqua ist in einer verzwickten Lage. Er will sich vor Hörnern schützen, will aber auch den Herzog nicht verprellen; denn der hat auf seinen venezianischen Gütern eine hochdotierte Verwalterstelle zu vergeben. Delacquas Ausweg: Barbara soll per Gondel nach Murano in Sicherheit gebracht werden; dafür will er ihre Zofe Ciboletta als eigene Gattin dem Herzog zuführen, um die Verwalterpfründe abzuschmeicheln. Der Plan wird durchkreuzt. Caramello, des Herzogs Barbier und erotischer Proviantmeister, erfährt davon durch den Makkaronikoch Pappacoda, der's mit Ciboletta hat. Als Gondoliere verkleidet holt Caramello die vermummte Dame ab und bringt sie statt nach Murano in den Palast des Herzogs.

 

II. Akt
Im Palazzo Urbino, am selben Abend.

Caramello ahnt nicht, dass unter der Maske, der er auch noch unverfroren den Hof macht, statt der Senatorsgattin seine eigene Braut steckt, das Fischermädchen Annina. Die nämlich springt hilfreich für ihre Milchschwester Barbara ein, während jene heimlich ein Stelldichein mit ihrem angeheirateten Neffen Enrico hat. Annina kann die Überraschung besser verkraften als ihr selbstgefälliger Schatz, dem sie längst seine Flatterhaftigkeit hat heimzahlen wollen. Der sonst so schlaue Caramello steht jetzt noch dümmer da als der dummschlaue Delacqua, den er im Dienst seines Herrn zu übertölpeln glaubte. Denn er mag sich und dem Herzog nicht einge-stehen, dass er sich und den Herzog hintergeht, indem er ungewollt die falsche Frau anliefert. Zähneknirschend muss Caramello nun erleben und dabei  gar noch assistieren, wie sein Herr der vermeintlichen Barbara immer näher rückt. Ihm bleibt nur, möglichst viele Störungen von draußen in die intimen Gemächer zu schleusen. Alle behindern sie den lüsternen Herzog: die geballten Senatorsgattinnen, die ihren Männern zum Trotz das herzogliche Fest aufsuchen; Pappacoda mit seinen bunt maskierten plebejischen Freunden, die sich über Speis und Trank und Tafelsilber des feinen Palazzos hermachen; schließlich Delacqua mit seiner nochmals fal-schen Gattin, der unverkennbar trampeligen Domestiken Ciboletta, die prompt beim gönner-haften Herzog keine Verwalterstelle, sondern für ihren Pappacoda das Amt des Leibkochs erwirkt. Bevor sich der Herr des Palasts vollends mit Barbara alias Annina zurückziehen kann, fordert der Karneval, Schlag Mitternacht, allesamt zum Maskentrubel auf den Markusplatz.

 

III. Akt
Markusplatz, nach Mitternacht.

Hier geraten alle auseinander und durcheinander. Jeder sucht jeden und findet wen andren.

Bis am Ende der Herzog, rundum aufgeklärt, gute Miene macht zum trügerischen Spiel. Caramello, der fürs erste genug Hörnerängste hat ausstehen müssen, kriegt die Verwalterstelle, allerdings mit der zwiespältigen Auflage, dass er Annina mit hineinheiratet. Und der ahnungs-los gehörnte Delacqua kriegt wenigstens seine verschollene Barbara wieder. Mittendrin im besserwissenden Volk umarmt er gerührt seinen Neffen Enrico, der sie in guten Händen vor dem Herzog verwahrt hat. Schlusslosung: „Alles maskiert, alles maskiert, wo Spaß und Tollheit und Lust regiert!"

 

Volker Klotz