Killer, Kapitalisten und Kasperle
Gärtnerplatz: Gelungene Münchner Erstaufführung von Verdis "Masnadieri"
Christa Sigg, Abendzeitung, 17. März 2008
[...] Denn bei all dem Pistolengefuchtel, ließ Wünsch in die Abgründe seiner Protagonisten blicken. Da standen zwar Killer und Kapitalisten auf der Bühne, doch letztendlich waren es rivalisierende Söhne, ein verzweifelter Vater, echte und falsche Freunde - also: Individuen. Und wenn der wöllig verwirrte Conte Massimiliano des fabelhaften Guido Jentjens am Ende mit Kasperle-Puppen in die heile Welt der Demenz flüchtet, dann ist das nicht nur eine schlüssige Deutung, sondern der berührendste Moment der Inszenierung. [...] Es sind eben nicht nur die allseits bekannten Dauerhits, die zünden können. Auch wenn Verdi schnell in Lauerstellung auf den ultimativen Schlager gerät. Dafür liefert die Partitur viel schönes Material, das auch dem Bühnenpersonal Lust machte. [...]